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| Am Anfang stand der Enthusiasmus... |
In seltenen und komplizierten Fällen widme ich einen ganzen Blogeintrag der Herstellung eines Modells. Ich habe am Maserati Boomerang so viel Zeit und Enthusiasmus investiert, dass es sich lohnt bei diesem Modell ein Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Der Modellbausatz von Revell erfuhr nur einen Release in den 80er Jahren, danach wurde die Produktion wohl eingestellt. Wohl nicht zuletzt deshalb weil der Bausatz kaum zu montieren ist. Aufgrund der wenigen Stückzahlen wird das Kit heutzutage dennoch für mehrere hundert Euro oder Franken auf dem Occasionenmarkt gehanandelt - völlig zu unrecht.
Teil 1 - Korrektur der Karosserieform
Wenn man die vorhandenen Fotos des Prototypen mit dem Modell von Revell vergleich fällt sofort ins Auge, dass die Keilform im Bereich der A Säule falsch gegossen ist. Anstelle einer Kante zieht sich die Windschutzscheibe in einem grossen Bogen direkt in das Dach des Cockpits. Auch die Frontparie vor den Vorderrädern hat einen nicht vorhanden Knick, die Lüftungsschlitze vor der Windschutzscheibe sind falsch angeordnet:
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| Bild 1: Karosserie in Rohform / Bild 2: Nachbildung der Line über Cockpit / Bild 3: Nachbildung der Innenverkleidung und Verstärkung der Karosserie |
Teil 2: Die Türen und beweglichen Teile
Der Bausatz ist so gehalten, dass alle Teile geöffnet werden können, eine entsprechende Mechanik wird sogar mitgeliefert. Letztere funktioniert nicht Ansatzweise und die Türen passen in keiner Weise auf die Karosserie - die Spaltmasse belaufen sich zum Teil auf über 5mm - am echten Modell wären das Spalten von 8cm... Den oberen Teil der Türen habe ich somit neu geformt und die bewglichen Teile teilweise verklebt. Nur die Motorhaube hinten, der Kofferaumdeckel vorne und die Frontlichter lassen sich bewegen. Auf die die Klappscheinwerfer bin ich besonders stolz - diese rasten mit kleinen Magneten auf der richtigen Höhe ein und lassen sich auch problemlos wieder schliessen.
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| Die Türen noch unbearbeitet. |
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| Modellierung der Türen. |
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| Scheinwerfer in geöffneter Positon - Der Wagen passt nun bereits gut aufeinander. Der Keil vor den Fronträdern ist nachgebildet. |
Teil 3: Verglasung und Interieur
Sämtliche mitgelieferte Klarsichtteile habe ich sofort vertrauensvoll dem Abfalleimer übergeben - der Guss war viel zu dick, die Form nicht passend und das Material stark gewellt. Ein Durchblick war nicht möglich. Da das Interieur bei diesem Wagen sehr augenfällig ist habe ich somit sämtliche Scheiben neu geschnitten, als Material habe ich Clear Sheets von Evergreen verwendet. Damit die Scheiben wie beim Original bündig mit der Karosserie zu liegen kommen musste ich überall Fensterfälze einbauen - auch das ein zeitraubendes Vergnügen.
Das interieur selber ist im Bausatz sehr schlicht gehalten zudem ist das Dashboard mit der eingelassenen Lenksäule als alleinstellungsmerkmal dieses Wagens falsch gegossen. Das Dasboard habe ich neu geformt und die sämtliches Interieur mit Lederimitat bezogen. Der Boden ist mit einem Stoffteppich bezogen - wie beim Original halt auch.
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| Die rohen, noch unbearbeiteten Schalensitze |
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| Mittels Knete, Schleifarbeit und Ölfarben wird ein Lederimitat erzeugt. |
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| Fertiges Cockpit bereit zur "Bestuhlung" |
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| Der Wagen kurz vor der Endmontage. |
Fazit: Der Aufwand um diesen Bausatz einigermassen hübsch zu montieren ist unglaublich hoch - Dennoch habe ich wieder viel gelernt was den Scratchbau betrifft. Somit hat es sich schlussendlich doch noch gelohnt. Ich empfehle diesen Bausatz jedoch nicht: Es bleiben einge Fehler übrig, welche man nicht korrieriegieren kann, oder ich jedenfalls nicht: Die Felgengrösse ist zu klein, die Heckbereifung zu dick, der Motorraum nur schlecht ausgebildet. Positiv darf man erwähnen, dass man ein einzigartiges Modell erzeugt: Selbst im Diecast Markt existiert das silberne Modell in grossem Massstab nicht, das höchste der Gefühl ist der Mst. 1/43. In diesem Sinne: Man erschafft eine echte Rarität im Mst. 1/16.















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